Für die Zukunftsfähigkeit von Norderstedt ist es wichtig, die „harten“ Standortfaktoren wettbewerbsfähig zu machen. Das betrifft unter anderem die innerstädtische Mobilität, die Verfügbarkeit attraktiver Flächen und eine hohe Qualität der digitalen Netzinfrastruktur. Nicht weniger wichtig sind aber „weiche“ Standortfaktoren wie Branchenmix und innovative Milieus, das Wohnraumangebot sowie Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote. Diese weichen Faktoren beeinflussen in hohem Maße die Standortattraktivität für qualifizierte und hochqualifizierte Arbeitskräfte. Da die Konkurrenz um Fachkräfte gerade im Hamburger Umland mittel- und langfristig schärfer wird, steigt die Bedeutung dieser Standortfaktoren.

Die folgenden Bereiche sind für mich Schwerpunkte der kommunalen Aktivitäten in Norderstedt:

Sicherung des Arbeitskräfteangebots für eine starke Wirtschaft

Die zum Teil hoch spezialisierte und vielfältige Wirtschaft Norderstedts verlangt eine ständige Zufuhr qualifizierter Mitarbeiter. Weil die Alterung der Belegschaften noch zunehmen und immer weniger Nachwuchs den Arbeitsmarkt ergänzen wird, müssen Politik und Verwaltung, Unternehmen und Bildungseinrichtungen gemeinsam daran arbeiten, Fachkräfte zu halten und das Bildungs- und Erwerbspersonenpotenzial besser auszuschöpfen. Dafür ist ein Bündel sich ergänzender Maßnahmen notwendig.

Durch eine enge Anbindung der Unternehmen an die regionalen Bildungseinrichtungen sowie die intensive Zusammenarbeit der öffentlichen und privaten Bildungsträger müssen junge und qualifizierte Menschen in Norderstedt gehalten und ausreichend Nachwuchskräfte für die Unternehmen gewonnen werden. Dazu gehört auch, den Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen sowie bildungsferne und benachteiligte Gruppen besser zu qualifizieren.

Angesicht der Zunahme älterer Beschäftigter steigt die Bedeutung kontinuierlicher Weiterqualifikation und präventiver Gesundheitsförderung. Dabei sollte die Wirtschaftsförderung eine initiierende und koordinierende Funktion übernehmen und bei den Unternehmen, vor allem kleinen und mittleren, die Einsicht fördern, dass Weiterqualifizierung der Erwerbstätigen wichtig ist.

Um das Angebot technisch ausgebildeter Fachkräfte zu erhöhen, müssen Mädchen und Frauen in höherem Maße für technische Berufe gewonnen werden. In Zusammenarbeit mit Unternehmen und Ausbildern sollte Norderstedt entsprechende Informations- und Ausbildungsprogramme initiieren und organisieren.

Die Unternehmen sollten Wiedereinstiegsprogramme für Frauen und Männer anbieten, die nach der Kinderphase ihre Berufstätigkeit fortsetzen wollen.

Aktive Wirtschaftsförderung und Stärkung der Innovationskraft

Zur Innovationskraft und Robustheit der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts als auch zum Image der Stadt Norderstedt tragen sogenannte kreative Milieus bei. Um die dazugerechneten Betriebe aus Werbung und Medien, Wissens- und Kulturproduktion anzuziehen, sollten die Wirtschaftsförderung und Stadtplanung vielfältige und kleinteilige Wirtschaftsstrukturen unterstützen und ein differenziertes Gewerbeflächenangebot, vorrangig in zentral gelegenen Altbaubeständen sichern. Zusätzlich kann Norderstedt durch Förderung von Start-ups und Initiativen aus Kultur und Kunst zur Entstehung der kreativen Milieus beitragen.

Es sind vor allem „Bestandsbetriebe“, die wachsen und neue Arbeitsplätze schaffen. Dazu gehören die zahlreichen kleinen und mittelgroßen Unternehmen des produzierenden und verarbeitenden Gewerbes, des Handels und einfacher Dienstleistungen. Die kommunale Wirtschaftsförderung muss es als eine zentrale Aufgabe sehen, diese Betriebe zu sichern und zu erhalten und in Zusammenarbeit mit der Stadtplanung die Sicherung und Pflege ihrer Standortbedingungen aktiv zu betreiben.

Attraktivität durch kulturelle und Freizeitangebote steigern

Die Stadt Norderstedt sollte sich auch in Zukunft durch ein hochwertiges kulturelles Angebot profilieren. Kultureinrichtungen wie zum Beispiel Theater, Orchester, Museen, Bibliotheken, Kunstvereine und Kulturzentren sind weiche Standortfaktoren, die mit darüber entscheiden, ob es den Unternehmen gelingt, in ausreichendem Maße Fachkräfte anzuwerben. Das Angebot an kulturellen Angeboten wird in Norderstedt maßgeblich durch die Kulturträger der Stadt vervollständigt. Dieses ist als Ausgleich und Ergänzung zum Berufsleben und zur abwechslungsreichen Freizeitgestaltung ein wachsender Markt, den die Kommunen für ihre wirtschaftliche Entwicklung nutzen können. Bei der Erarbeitung und Gestaltung eines kulturellen Angebots für die Zukunft müssen wir neben der Ermittlung der Bedarfe auch auf den Dialog mit den Kulturträgern setzen.  

Die Punkte, auf die ich im Bereich Wirtschaft für Norderstedt den Fokus legen möchte, sind:

  • Den Dialog mit der Wirtschaft fortsetzen
  • Arbeitskräfteangebot sichern
  • Gewerbebestand durch aktive Wirtschaftsförderung pflegen
  • Innovationskraft stärken
  • Einzelhandelsunterstützung
  • Aktion: „hier lebe ich – hier kauf ich“
  • Start-ups ansiedeln
  • Kulturelles und Freizeitangebot steigern